Do not waste time to fight against things You cannot change!

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Mit Unterstützung der
Oberösterreichischen Sparkasse zu den Paralympics nach Rio de Janeiro!

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Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.
(Thomas Alva Edison)

Ein unerwarteter Schicksalsschlag kann einen Menschen völlig aus der Bahn werfen.

Das ist eigentlich die Regel.

ABER irgendwann muss man sich den Tatsachen stellen, und "das Beste draus machen".

Ich möchte allen, die ein ähnliches Schicksal erlebeten wie ich, dazu aufmuntern, das Leben trotzdem in vollen Zügen zu genießen und "was draus zu machen".

Was es wird, das bestimmt jeder einzelne für sich alleine, legt mit seiner

Einstellung den Grundstein für ein trauriges oder für ein erfülltes Leben "danach".

Steckt Euch ruhig Ziele, die Ihr niemals dachtet, dass Ihr sie erreichen könnt - selbst damals nicht, als ihr noch nicht behindert ward, auf eigenen Beinen durch die Welt gehen konntet und eigenständig und völlig unabhängig tun und lassen konntet, was Ihr wolltet.

JETZT ERST RECHT, und dann wird die Kraft da sein, seine Träume zu verwirklichen.

Gib niemals auf!

Egon Kramminger mehrfacher Teilnehmer der Paralympics, Vizeweltmeister und vielfacher Medailliengewinner

Statt Profi-Fussballer: in Sekundenbruchteilen erlischt DER Lebenstraum!

Mein Weg zu Erfolg und Erfüllung

 

Ein offenes Buch (Presseaussendung f. Paralympics 2012, Maga. Blattner)

Ein Artikel wie dieser wird der Fülle an Lebenserfahrungen des Egon Kramminger kaum gerecht. Der oberösterreichische Tischtenniscrack könnte mit seinen Geschichten ganze Bücher füllen und doch ist ein wichtiges Kapitel noch nicht geschrieben: er will 2012 eine paralympische Medaille.

„Nein, das Wort ´müssen´ kann und darf bei mir im Sport nicht vorkommen!”, Egon Kramminger geht erfahrener in seine dritten Paralympics. Eine Medaille darf in den Träumen des bald 64-Jährigen in London dennoch drin sein, dafür trainiert er zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche im hauseigenen Trainingsraum in Wels – auf dem Original-GERFLOR-Boden, der auch in der Excel-Halle in London liegt. Paralympics-Teilnehmer zu sein, schmeichelt ihm, sagt er, natürlich sehr, aber dafür alleine hängt man sich nicht jeden Tag ins Training: „An´s Aufhören denke ich manchmal höchstens, wenn morgens in irgendeinem Hotelbett der Welt um sechs Uhr früh der Handywecker klingelt und ich bei einem Turnier bin. Da denke ich schon manchmal, warum tust Du Dir das an?“ Ist er erst mal an der Platte, weiß er es.

Egon Kramminger ist ganz andere Leidenswege gewöhnt: im Alter von 19 Jahren kostet ihn Sekundenschlaf am Steuer beinahe das Leben. In der Nacht zum 9. September 1967 kracht er mit dem Auto in einen Hochspannungsmast, wird zwanzig Meter aus dem Auto geschleudert. Kramminger: „Zuerst glaubte ich, meine Beine würden geradeaus in die Luft ragen. Ich tastete langsam vom Oberkörper abwärts, fühlte mit beiden Händen, dass alles noch dran war, aber ich spürte nichts.“ Diagnose: Kompressoinsfraktur des fünften, sechsten und siebenten Brustwirbels. Elf Monaten Krankenhaus in Deutschland folgten weitere 5 Jahre in 5 verschiedenen Krankenhäusern. Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus zieht sich der Oberösterreicher einen Decubitus am Gesäß zu, wird mit 21 Jahren gegen seinen Willen von dort ins Rehazentrum Tobelbad verlegt, 1972 muss ihm das linke Bein amputiert werden. Bis heute werden ihm dazu die rechte Niere, die Blase, der Mastdarm und 1985 auch noch das rechte Bein amputiert. Doch von Aufgeben hielt der gelernte Fleischhauer noch nie etwas.

Kramminger, ehemaliger Fußball-Tormann und glühender Fan von VÖEST-Linz („Früher fehlte ich bei keinem Heimspiel und ließ mir auch den LASK nicht entgehen, wenn attraktive Gegner im Linzer Stadion waren!“) gewinnt 1973 einen ORF-Sportreporter-Wettbewerb, moderiert zwei Jahre lang eine Morgensendung im Studio OÖ.

 

 Nach weiteren plastisch-chirurgischen Operationen 1990 und 91 entdeckt Egon Kramminger 1992 das Tischtennis für sich, beendet 1998 seine politische Karriere und nimmt 2000 an seinen ersten Paralympics teil. Heute, 12 Jahre danach, ist er Initiator des „Players Committee“ das weltweit für die Anliegen der SpielerInnen zuständig ist und versucht „von den Spielern gewünschte Veränderungen zu initiieren!“ Organisationsmängel treffen beim Oberösterreicher ebenso einen wunden Punkt wie Qualität und Quantität der medialen Berichterstattung über Behindertensportler. Kramminger: „Es kommen leider oft Berichte, die voll auf Mitleid abzielen. In meinem Bekanntenkreis kommt niemand auf die Idee, so mit mir umzugehen. Diese Versuche werden im Keim erstickt. Leider ist es aber so, dass, so wie von Behinderten berichtet wird, wir auch wahrgenommen werden.“ Egon Kramminger hat den konträren Weg gewählt: bis 2008 führt 31 Jahre lang seinen Kindergarten ´Brüderchen & Schwesterchen´, in Vortragsreihen zum Thema ´Erfolg trotz Behinderung´ plant er für nächstes Jahr, ein Buch ist, wenn es nach seiner Familie geht, seit Jahren in Planung und im Tischtennis ist er längst Profi der FÜR´s Tischtennis nicht jedoch VOM Tischtennis lebt.

Die Vorbereitung auf London 2012 hat längst begonnen, bei der WM 2010 holt er Silber in der Mannschaft, bei der EM 2011 Bronze, die Marschroute stimmt. Rollstuhl und Schläger hat er gewechselt: „Mein Rollstuhl war schon 20 Jahre alt und mein Schlägerholz ist schon zerbröselt. Daher hab´ ich mich völlig neu orientiert und bin mit meinem chinesischen Holz hochzufrieden!“ Zu heftig lässt Egon Kramminger den Druck, in London eine Medaille holen zu müssen, dennoch nicht werden, denn 2008 war die Enttäuschung, ohne Edelmetall nach Hause fahren zu müssen, „unglaublich groß“. Kramminger: „Es lag ganz allein an mir! Ich spielte im Einzel grottenschlecht, war wie in Watte gepackt und im Team haben wir gegen eine überraschend starke Mannschaft aus Brasilien verloren, es war das letzte Turnier von Luis da Silva. Er starb wenige Monate danach an Krebs. Als das Leben in dieser Endgültigkeit diesem jungen Sportler in seinem ´letzten Satz´ so gar keine Chance mehr ließ, hatte sich für mich Peking ganz schnell relativiert!“

Vor zwei Jahren hat sich Egon Kramminger, für den ohne „die beste Ehefrau von allen“ das alles nicht möglich wäre, für ein „Open End“ entschieden: er will kein Ende für seine Tischtenniskarriere festlegen. Im Training legt er noch mal ein „Schäuferl“ nach, denn anders macht es für ihn keinen Sinn, so viel Geld und Zeit in Training diesen Ausmaßes zu investieren.

Sein Ziel ist klar definiert. Sein Blick fokussiert. Sein Motto formuliert: „Man kann das Glück nicht zwingen, aber einladen.“ Wenn es danach geht, müsste dem Oberösterreicher die Ehreneinladung sicher sein.